Salutogenese und Klimawandel

Wie wir in Zeiten des Klimawandels unsere seelische Gesundheit schützen können

Es wird immer unübersehbarer, dass der Klimawandel unsere Welt verändert. Spätestens die letzten beiden Sommer machen auch uns in Mitteleuropa deutlich spürbar, dass etwas mit dem Wetter geschieht. Es gibt immer neue Rekorde bezüglich der Temperaturen, der lokalen Niederschlagsmengen und der sommerlichen Dürren. Land- und Forstwirte schlagen Alarm, Kinder fürchten um ihre Zukunft und was für uns alle in unserem Inneren davon bleibt, ist Verunsicherung.

Die Seele schützen

Früher oder später muss sich jeder damit auseinandersetzen, welche persönliche Haltung er dem Klimawandel gegenüber einnimmt. Das müssen wir allein deshalb, damit wir unsere Seele schützen können. Denn was die Wissenschaftler mit Nachdruck voraussagen macht Angst: Dürren, Unwetter, Ernteeinbußen, Millionen von Klimaflüchtlingen, Wasserknappheit, Waldbrände - um nur die Hauptpunkte zu nennen.

"Klimawandel-Krankheiten": Solastalgie und Doomer Depression

Es gibt sogar schon Worte für psychische Krankheiten, die aus der drohenden Klimakatastrophe entstehen: Solastalgie (existenzieller Stress durch Umweltkatastrophen) und Doomer Depression (krankhafte Hoffnungslosigkeit bezogen auf die Umweltzerstörung).

Wir wollen keine Angst haben. Schon gar nicht vor etwas, was bisher nur in unserer Phantasie existiert. Denn es kommt immer noch Wasser aus dem Hahn, im Supermarkt sind die Regale voll und wir leben alle unseren gewohnten Alltag weiter. 

Das ist der gleiche Effekt wie beim Rauchen: Weil mir von der Zigarette, die ich gerade geraucht habe, nicht schlagartig das Bein abfault, habe ich das Gefühl, dass Rauchen gar nicht so gefährlich ist, wie alle sagen. 

Der Bereich in unserem Gehirn, der für die Analyse möglicher Gefahren und der damit verbundenen spontanen Entscheidungen verantwortlich ist, heißt Amygdala (ein Teil im limbischen System/Zwischenhirn). Hier werden Gefahren also unmittelbar wahrgenommen und bei Bedrohungen, wo der Auslöser der Gefahr und die schmerzhaften Folgen gleichzeitig registriert werden, Abwehrreaktionen ausgelöst. 

Wollen wir den Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und dem Klimawandel sehen und verstehen, müssen wir andere Bereiche unseres Gehirns einschalten: unter anderem den Neokortex - das ist ein Bereich an der Großhirnrinde, quasi das Zentrum für unsere geistigen und seelischen Fähigkeiten und genau der Bereich, den wir "trainieren“ können.
 

Was hat das alles mit Salutogenese zu tun?

[Salutogenese Definition]

Eine ganze Menge. Und das ganz abgesehen davon, dass die fortschreitende Klimakatastrophe irgendwann sehr gesundheitsschädlich für jeden von uns werden wird. 

Wer sich genauer informiert, wer sich mit den Studien der Klimawissenschaftler auseinandersetzt, der kommt nicht umhin, sich der tatsächlichen Gefahr zu stellen. Das macht nicht nur Angst. Angst an sich schadet der Gesundheit schon sehr. Aber es folgen ja noch Gefühle der Hilflosigkeit, der Wut, Sorge, vielleicht sogar Depression und auch eine Sinnfrage. 

Wir fragen uns, wie wir damit leben können, am Ende der Art von Welt angekommen zu sein, die wir kennen. Wir erleben die tiefe Verunsicherung des Gedankens, ob wir jetzt diejenigen sind, die den schon lange nahenden Kollaps der Ressourcen unserer Erde miterleben. 

Diese emotionale Verfassung ist sehr unangenehm und auch ungesund. Es geht also darum, entweder gar nicht erst in diese Verfassung zu kommen, oder darum, einen Weg zu finden, mit all den bedrohlichen Erkenntnissen weiterzuleben. 

Der Angst ausweichen

Es ist eine ganz natürliche Reaktion, schockierende Ereignisse nicht wahrhaben zu wollen. Wer eine schlimme Nachricht erhält, zum Beispiel wenn eine nahestehende Person verstorben ist, dessen erste Reaktion ist Ungläubigkeit. „Das kann doch gar nicht wahr sein!“ Wir fühlen uns wie in einem bösen Traum, aus dem wir aufwachen möchten. Das Leben fühlt sich irreal an. Nichts ist mehr so wie vor der Nachricht.

Den Klimawandel leugnen

Bei einem verstorbenen Angehörigen können wir das Ereignis nicht leugnen. Mit dem Klimawandel ist es (noch) anders. Im Bestreben, das ganze Ausmaß nicht wahr haben zu wollen, finden Menschen verschiedene Strategien und nehmen scheinbar sichere Positionen ein:

  • Es gibt gar keinen Klimawandel, das sind nur Schwankungen. Früher gab es auch schon Dürreperioden. 
  • Das ist zwar ein Klimawandel, aber er ist nicht menschengemacht, deshalb können wir auch nichts dagegen tun und sind nicht schuld. 
  • Die Wissenschaftler werden schon eine Lösung finden, den Klimawandel aufzuhalten.  
  • Wenn es wirklich so schlimm wäre, dann würden die Politiker ja neue Gesetze machen. 
  • Die Natur wird sich an das neue Klima anpassen. Das war schon immer so. 
  • Das ist alles nur Panikmache.

Wer sich auf einer dieser Positionen eingerichtet hat, der hat sich vor der Angst und auch der Verantwortung zu Handeln in Sicherheit gebracht. Allerdings bekommt man dort immer mehr Druck von außen, der an dieser Überzeugung nagt und kratzt. Es beginnt also ein Kampf um die Position, der vor allem im Internet in den sozialen Medien geführt wird. Und dieser Kampf ist anstrengend und bedeutet Stress. Das ist auch nicht gesund. 

Schuldzuweisungen

Eine weitere – sehr menschliche - Variante, der Angst auszuweichen, ist Schuldige zu suchen. Wer schuld ist, steht auch in der Pflicht, es wieder gut zu machen und wird stellvertretend für alle anderen angeprangert. Wenn ich nicht schuld bin, stehe ich auch nicht in der Verantwortung. Schuld sind wahlweise oder auch zusammen die Politiker, die großen Wirtschaftskonzerne, die Reichen, die Landwirte, die Fleischesser, die Flugreisenden, die Kreuzfahrer, die SUV-Fahrer, die Amerikaner, die Chinesen … – also alle ANDEREN. Wenn man zufällig einer dieser Gruppen angehört, klammert man die natürlich aus der Liste der Schuldigen aus. 

Das Verschieben der Schuld und damit auch der Handlungsfähigkeit auf andere kann andererseits ein Gefühl von Machtlosigkeit auslösen und das erzeugt neue Ängste. Machtlosigkeit kann aber auch als Freifahrtschein dafür verwendet werden, nichts am eigenen Verhalten zu ändern. Das eigene Gewissen wird immer wieder aufs Neue bereinigt. Aber je größer die Intelligenz, desto weniger gut klappt diese Geschichte mit der Selbstabsolution. 

Hass

Hilflosigkeit und Verunsicherung treiben auch noch eine weitere Blüte: Die massive Abwehr denen gegenüber, die etwas tun. Klimaschützer, Demonstranten, Vegetarier, ganz besonders Veganer und alle, die aktiv Entscheidungen treffen, den Klimawandel nicht mehr durch ihr eigenes Verhalten zu unterstützen, werden unglaublich aggressiv angegangen. Sie bekommen sogar mehr Wut ab, als die oben genannten Gruppen der „Schuldigen“. 

Das Leben und Verhalten von Klimaschützern wird akribisch daraufhin untersucht, ob sie nicht selber irgendetwas tun oder besitzen, was klimaschädlich sein kann. Menschen, die kaum oder gar nichts ändern und sich nicht engagieren, werden auf einmal päpstlicher als der Papst. Klimaaktivisten wird vorgeworfen, dass sie ja auch Fleisch essen, Veganern wird vorgeworfen, dass sie ja auch Kleidung aus Polyester tragen, Menschen die nicht mehr in den Urlaub fliegen, wird vorgeworfen, dass sie nicht auf Fridays for Future-Demonstrationen erscheinen, Demonstranten wird vorgeworfen, dass sie einen Diesel fahren und so weiter und so weiter. Immerzu werden ausgestreckte Zeigefinger auf Personen gerichtet, die einfach nur versuchen, es besser zu machen. Ihr guter Wille wird sabotiert und Ihre Motivation untergraben, indem man versucht, sie als unglaubwürdig hinzustellen. 

Und warum? Weil uns solche Menschen mit ihren Taten unter Druck setzen. Ist doch klar! Da steht jemand an seinem wohlverdienten Wochenende im Garten, hat den Grill voller Würste für 44 Cent das Stück liegen und dann kommt jemand, der sagt: „Nein, danke, ich esse nur Salat. Ich möchte wegen des Klimawandels kein Fleisch mehr essen“. Das setzt den eben noch gutgelaunten Menschen mit der Grillzange in der Hand, sofort unter Druck. Die Botschaft, die er meint zu empfangen lautet in seinem Kopf: Du bist ein Klimaschädling mit deiner Wurst, du schadest der Welt, ich mag dich deswegen nicht nur nicht, sondern ich verachte dich deswegen auch.

Die spontane Reaktion ist natürlich, sich dagegen zu wehren. Und das geht in diesem Fall am besten über die Schiene, dem anderen auch ein klimaschädliches Verhalten anzuhängen. Und das war es dann mit dem schönen Grillabend! 

Bashing

Im Internet und in den Medien, die über Schlagzeilen Gewinn machen, ist diese Form von Bashing gerade der neueste Volkssport. Die Menschen beschäftigen sich scheinbar permanent mit gegenseitigen Vorwürfen, Schmähungen und Beleidigungen. 

Man hat das Gefühl, dass die Leute jetzt langsam durchdrehen. Das ist übrigens eine typische Verhaltensweise bei aufkommenden Gefahren. Es wird panisch versucht, die eigenen Pfründe zu sichern – und sei es auch vorerst nur auf der ethisch-moralischen Ebene. Wenn man sich das mit etwas Abstand klar macht, dann wenden die Menschen gerade unglaublich viel Zeit dafür auf, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Sie stehen vor dem brennenden Haus und brüllen sich gegenseitig an: Du bist schuld! Nein du bist schuld! Nein du! Nein du! – anstatt das Haus zu löschen. Dieser Streit und diese verschenkte Energie tragen überhaupt gar nichts dazu bei, etwas gegen die drohende Klimakatastrophe zu unternehmen. Das sind psychische Folgen der Angst und sie demoralisieren und erzeugen Wut und Hass – die größten Gesundheitskiller überhaupt.

Ist Glück noch möglich?

Wie bringen wir also das Klimaproblem und die Salutogenese zusammen? Wie kann ich angesichts dieser sich nähernden Katastrophe noch für meine Gesundheit und mein Glück sorgen? 

Denn scheinbar sind ja die meisten Dinge, von denen wir glauben, dass sie uns glücklich machen, plötzlich Klimasünden: Shoppen, leckeres Essen, Flugreisen, schicke Autos, moderne Klamotten, das neueste Handy… Was Spaß macht, macht auf einmal nur noch dann Spaß, wenn ich es schaffe, all das Wissen um das Klimaproblem vorübergehend zu ignorieren. Gesund ist das allerdings auch nicht. 
Wie können wir auf gesunde Weise mit dem Problem des Klimawandels umgehen?

Wir kommen nicht umhin, das Problem als allererstes auf unserer ganz persönlichen Ebene zu lösen. Jeder von uns braucht einen Standpunkt gegenüber dem Klimaproblem, auf dem er sich gut fühlt und der ihm Orientierung bietet. Wie kommen wir zu so einem Standpunkt? Hier sind wir wieder bei dem Thema Resilienz. Wir benötigen Strategien, die uns helfen, mit dieser inneren und äußeren Krise umzugehen.

1. Eigenverantwortlichkeit

Am Anfang steht die Entscheidung, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Hier ist die Fähigkeit zur Eigenverantwortlichkeit gefragt. Wenn ich meinen persönlichen Standpunkt finden will, dann muss ich auch meinen eigenen Weg dahin gehen. Es nützt mir nichts, wenn ich unreflektiert irgendeiner Strömung hinterherlaufe, die mir am wenigsten Angst macht oder die für mich am bequemsten erscheint. Langfristig sicherer bin ich, wenn ich mir mein eigenes Bild auf Basis der Fakten mache. Ich muss also recherchieren und dabei Quellen finden, die glaubwürdig sind, weil sie die Tatsachen nachvollziehbar und überprüfbar darstellen. 

2. Akzeptanz

Niemand kann sicher voraussagen, wie die realen zukünftigen Entwicklungen des Klimawandels und seiner Folgen aussehen werden und wie schnell das gehen wird. Wir sind in der Situation, dass jedes Jahr das Wetter auf der Welt und bei uns zuhause anders und extremer wird und sich immer neue – auch unerwartete – wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen daraus ergeben. Es ist also nützlich, wenn wir die Fähigkeit zur Akzeptanz entwickeln und damit die Verunsicherung als gegeben hinnehmen. Es hat keinen Sinn, uns künstliche Glaubens-Sicherheiten zu erschaffen (die Wissenschaftler regeln das schon, es ist gar nicht so schlimm), die uns so lange stabilisieren, bis sie durch tatsächliche Ereignisse widerlegt werden. Wir verfügen über mehr mentale Kraft, wenn wir die Verunsicherung bejahen und mit ihr leben, anstatt uns an irgendetwas zu klammern, was vollkommen unabwägbar ist. 

3. Toleranz

Jeder einzelne Mensch kann viel dafür tun, dass der Klimawandel ausgebremst wird. Wir können politisch handeln, unser Konsumverhalten ändern und sogar aktiven Artenschutz betreiben. Trotzdem gibt es weiterhin viele klimaschädliche Geschehnisse, auf die wir keinen Einfluss haben. Dieses Wissen kann wütend oder aggressiv, mutlos oder ohnmächtig machen. Und diese Gefühle sind nicht nur sehr unangenehm, sie sabotieren auch all das, was wir für die Rettung unserer Erde tun können. Was wir brauchen, ist die Fähigkeit zur Toleranz gegenüber Geschehnissen, auf die wir keinen Einfluss haben. Es IST so. Wenn es sehr schmerzt, dann können wir trauern. Trauern tut weh, aber es ist ein heilsamer Prozess. Nicht heilsam hingegen ist es, in eine Depression zu verfallen. Es ist eine hohe Kunst, der Zerstörung von (bisher) Teilen unserer Welt ins Gesicht zu sehen und das zu verschmerzen. Das Ergebnis ist aber eine stabilere Seele, die handlungsfähig ist und die anderen helfen kann. 

4. Sozialer Zusammenhalt

Apropos anderen helfen: Eine ganz wunderbare Eigenschaft von sozialen Lebewesen ist es, in Krisenzeiten näher zusammenzurücken. Das unmittelbare Erleben von positiven Beziehungen ist die größte Hoffnungs- und Energiequelle, die wir haben. Sozialer Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung machen uns richtig stark. Anstatt uns Bashing-Schlachten im Internet zu liefern, können wir viel besser mit Freunden, Kollegen und der Familie ins Gespräch kommen. „Wie gehst du mit dem Thema Klimawandel um?“ Wenn wir uns wieder Zeit für genussvolle Gespräche nehmen, in denen wir unsere Verunsicherung zeigen und uns gegenseitig beraten, wird das eigene Leben reicher und die Welt ein Stückchen besser. Eine Studie der ZEIT hat ergeben, dass Menschen umso toleranter und beziehungsfähiger werden, je häufiger sie ein echtes Gespräch mit jemandem führen, der gegenteilige Überzeugungen hat. Hingegen wird man intoleranter, wenn man fast nur noch mit Gleichgesinnten kommuniziert. Lasst uns verschiedener Meinung sein und trotzdem miteinander sprechen und voneinander lernen. 

Zum sozialen Zusammenhalt gehört auch, dass wir uns mit anderen zusammentun, um uns für unsere Welt einzusetzen. Es gibt jede Menge nützliche Initiativen, bei denen es hilft, wenn möglichst viele Menschen mitmachen. So viele gute Ideen sind unterwegs, es werden so viele neue Bewegungen gegründet, denen man sich anschließen kann. Niemand muss diesem Problem allein gegenüberstehen. Je mehr Menschen sich erheben und etwas tun und Forderungen stellen, desto schneller wird es gehen, dass auch die Machthabenden und Politiker gezwungen sind, zu reagieren. 

5. Optimismus

Auf keinen Fall sollten wir die Hoffnung aufgeben und in Fatalismus verfallen. So weit sind wir noch lange nicht und es wäre auch sehr unfair all denjenigen gegenüber, die motiviert sind und den größten Teil ihres Lebens noch vor sich haben. Optimismus ist immer die gesündeste Haltung von allen. Optimismus bedeutet natürlich nicht, es sich einfach mal gemütlich zu machen und es irgendwelchen Anderen oder dem Schicksal zu überlassen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wenn Du nichts tust, dann macht es keinen Unterschied, ob Du Optimist oder Pessimist bist. Denn in beiden Fällen ändert sich gar nichts. Optimismus kann bedeuten, im eigenen Leben alles so klimafreundlich wie irgend möglich zu machen, darin einen Sinn zu sehen und sich zu erlauben, Freude daran zu haben und das Leben zu genießen. 
 

6. Sinn

Gerade die Sinnfrage erreicht bei der drohenden Klimakatastrophe eine neue Dimension. Ein Sinnverlust schadet unserer Seele. Um solchen Schaden abzuwenden hilft es, jede Krise als eine Herausforderung oder Lebensaufgabe zu betrachten. Im Buddhismus zum Beispiel wird es so gesehen, dass wir jede Aufgabe, die wir nicht lösen, immer und immer wieder gestellt bekommen. Auch über das jetzige Leben hinaus. Deshalb ergibt es einen Sinn, unsere Lebensaufgaben aktiv und kreativ zu erfüllen, denn dann sind sie für immer gelöst und wir bekommen sie im nächsten Leben nicht wieder. Und selbst wenn man diese Weltanschauung nicht teilt, ist es sinnlos, der Aufgabe auszuweichen, anderen Schuld zuzuweisen, untätig zu bleiben und in Frustration, Hass oder Depression zu verharren. Denn wenn wir die Herausforderung nicht annehmen, bleiben wir für immer in diesem (Anleihe aus dem Christentum) Fegefeuer der Opferrolle. Also: Egal wohin es geht mit dieser Welt – ich kann aus meinem Leben nur das Beste machen was ich machen kann. Was das Beste ist, das muss ich selbst herausfinden. 

7. Zukunftspläne

Und wie gehen wir mit unserer persönlichen Zukunft um? Niemand von uns weiß, wie die Welt wirklich in zwanzig, zehn oder auch nur drei Jahren aussehen wird. Wir wissen nicht, wie rasant der Klimawandel voranschreiten wird. Allein die diesjährigen Brände im Amazonas, in Sibirien und in der Arktis haben das Problem auf unerwartete Weise stark forciert. Vielleicht ist in ein paar Jahren für uns gefühlt alles genauso wie heute – vielleicht ist es aber dann auch im schicken Mitteleuropa schon ganz anders als jetzt. Können wir angesichts dieser Unwägbarkeiten überhaupt Zukunftspläne machen? Ja, können wir und sollten wir! Unsere Seelen brauchen eine Idee von Zukunft, von eigenen Wünschen und davon, wohin wir gehen möchten. Wir sollten nur die neuen Bedingungen in unsere Zukunftspläne und Wünsche mit einbeziehen. Vielleicht haben sich da Werte verändert, vielleicht schätzen wir schon jetzt ein einfaches, friedliches Leben mit der Familie und Freunden, mit einem erfüllenden Beruf und Gesundheit wieder als wundervolles Lebensziel ein. Vielleicht hat auch gerade der Klimawandel ganz neue Ideen von einer wünschenswerten Zukunft und Deiner ganz persönlichen Aufgabe in dieser Welt entstehen lassen. Wünschen und Visualisieren hilft!

Es tut sehr gut, sich bewusst zu machen, dass man ein Teil dieser Welt ist. Ich bin ein Teil von allem und alles ist ein Teil von mir. 

Und wenn Du es nicht mehr aushältst, dann geh ins Planetarium oder gib in die Youtube-Suche „Wie groß ist das Universum?“ ein. Das hilft auf jeden Fall, die Seele wieder in eine sanfte Stille zu bringen und ihr Raum zu verschaffen. 

Egal was passiert – es ist immer gut, dafür zu sorgen, dass Deine Seele gesund bleibt oder gesund wird. Alles, was wir in uns selbst heilen, heilen wir auch in der Welt. 

Viel Glück! 

August 2019, Claudia & Stefan Grothus

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